Warum ich docario baue

December 1, 2025

Notion, Confluence, GitBook, Mintlify, Readme – die Liste der Doku-Tools ist lang. Die meisten sind ordentlich. Wenn mich jemand fragt, warum ich mit docario noch ein weiteres baue, ist die ehrlichste Antwort: weil "ordentlich" kein guter Grund ist, ein Tool jeden Tag zu öffnen.

Und weil mir die Idee seit Jahren nicht aus dem Kopf geht.

Was mich an den vorhandenen Tools stört

Dokumentation in Teams stirbt fast immer am gleichen Punkt: Sie wird einmal geschrieben, nie gepflegt, irgendwann veraltet – und dann nutzt sie niemand mehr. Das liegt selten an den Autorinnen und Autoren. Die wollen in der Regel gute Doku liefern. Es liegt an der Reibung im Tool.

Das Schreiben ist aufwändig. Das Einbetten ins eigene Produkt ist eckig. Das Aussehen hat nichts mit der eigenen Marke zu tun – jede Doku-Seite erkennt man sofort als "das Tool", nicht als "das Unternehmen". Jede dieser Reibungen ist klein, aber in Summe sorgen sie dafür, dass Teams irgendwann aufhören.

Was ich anders probieren will

Ich baue nicht das nächste Notion. Ich ziele gezielt auf Produkt-Doku, Guides und Changelogs, also auf den Teil, in dem ein Unternehmen sein eigenes Produkt zeigen will.

Das heißt in der Praxis:

  • Ein Editor, der sich nicht nach Formular anfühlt, sondern nach Werkzeug.
  • Custom Domain und eigenes Theming, damit die Doku zur eigenen Marke gehört.
  • Embeds, die sinnvoll im eigenen Produkt leben.
  • Guides und Changelogs als erste Klasse, nicht als Nebenfunktion.

Das ist keine radikale Liste. Es geht eher darum, an diesen Stellen die Reibung rauszunehmen, an denen bestehende Tools oft kneifen.

Warum ich, und warum jetzt

Ich habe in meinem Arbeitsumfeld mehrfach gesehen, wie Unternehmen wirklich gute Software verkaufen und dann eine Doku drumherum haben, die wirkt wie aus der Not geboren. Das fällt auf. Käufer merken das. Und es kostet Vertrauen, unabhängig davon, wie gut das eigentliche Produkt ist.

Technologisch gibt es gerade eigentlich keinen Grund mehr, dass das so bleibt. Next.js, Supabase, moderne Editor-Bibliotheken – die Bausteine sind da. Was fehlt, ist meistens nur jemand, der den Fokus hält und das Produkt zu Ende denkt.

Ich will nicht warten, bis ein anderes Unternehmen das macht. Also probiere ich es selbst.

Nebenher, nicht hauptberuflich

docario entsteht abends, am Wochenende, in den Pausen zwischen zwei Lebensabschnitten. Tagsüber habe ich meinen Hauptjob. Das ist keine romantische Gründer-Story – das ist manchmal schlicht anstrengend.

Aber es ist auch das, was mich zwingt, wirklich zu priorisieren. Wer keine 40 Stunden am Stück in ein Produkt stecken kann, muss sehr genau wissen, was heute den größten Hebel hat. Was nur schön aussieht, bleibt liegen. Was echten Wert schafft, kommt dran.

Das ist ein Filter, den ich gar nicht so schlecht finde.

Wenn das wie dein Problem klingt

docario ist online und nutzbar. Wenn du selbst Produkt-Doku schreibst und dich an den üblichen Tools reibst: schau es dir an. Feedback, besonders ehrliches, ist mir wichtiger als jede Schmeichelei – davon lerne ich mehr als von Lob. Schreib mir.

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