Mein Synology-Homelab: eine NAS, kein Rechenzentrum

April 23, 2026

Ich lese ab und zu in Homelab-Communities mit und habe jedes Mal das kurze Gefühl, mein Setup sei unterdimensioniert. Da stehen dann Leute mit drei Proxmox-Nodes, 10-GbE-Switch und einer Fortigate in der Abstellkammer. Meins sieht langweiliger aus: eine einzelne Synology, eine Fritzbox, zwei Festplatten.

Funktioniert für mich. Das ist der Punkt.

Was drauf läuft

Das Haupt-Ding ist ein self-hosted Passwort-Manager (Vaultwarden), weil ich die Vault nicht auf einem Server liegen haben will, über den ich keine Kontrolle habe. Läuft als Docker-Container, ist von außen über Reverse Proxy erreichbar, Let's Encrypt-Zertifikat wird automatisch erneuert.

Daneben gibt's Synology Photos als Google-Photos-Ersatz. Es hat nicht die eleganteste Face-Detection, aber der tägliche Auto-Upload vom Handy läuft zuverlässig, und die Fotos liegen zuhause, nicht bei Google.

Der Rest ist Storage und Backup. Nichts Spektakuläres. Ein paar Netzlaufwerke für gemeinsame Dateien im Haushalt, und alles wird einmal pro Nacht verschlüsselt nach außen gesichert.

Was ich mir bewusst spare

Was auf der Synology nicht läuft, ist eigentlich wichtiger als das, was drauf läuft:

Kein Mailserver. Ich habe einmal einen kurzen Moment überlegt, das selbst zu hosten – bin dann drei Artikel über Sender-Reputation tief im Reddit-Rabbit-Hole gelandet und wieder rausgekrochen. Mail bleibt bei einem Provider, der das professionell macht.

Kein Kubernetes im Homelab. Weil ich keine Kubernetes-Probleme habe, die ich lösen müsste.

Kein self-hosted Nextcloud. Synology Drive reicht. Ich brauche kein zweites Ökosystem, nur weil's nerdig wäre.

Das ist der Teil, an dem Homelabs oft eskalieren: Man könnte ja noch. Man sollte meistens nicht.

Was ich gelernt habe

Die wichtigste Lektion aus ein paar Jahren Synology: Bevor du einen neuen Container startest, überleg dir, was passiert, wenn das Gerät morgen stirbt. Wenn die Antwort ist "dann ist das okay, ich stelle den Dienst wieder her", super. Wenn die Antwort ist "dann sind Daten weg, die ich nicht ersetzen kann", gehört zum Container ein Backup, bevor er online geht.

Und die zweite Lektion: Eine kleine USV kostet weniger als eine kaputte Festplatte. Ich habe mal einen Stromausfall erlebt, bei dem die USV sauber heruntergefahren hat und alles wieder da war – das war den Einstiegspreis wert.

Fazit

Mein Homelab ist kein Statement, sondern ein Werkzeug. Es läuft im Hintergrund, sichert die Daten, fällt kaum auf. Und die Zeit, die ich nicht mit Bastelei verbringe, ist auch was wert.

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